Freitag, 25. Dezember 2015

Das Christkind scheint alles zu wissen.


 Heiligabend war es eigntlich bisher immer so, das Hanna mit ihren Lieben einen ruhigen Abend machte und wir unsere Bescherung ohne Nisserbeteiligung abhalten konnten. Doch dieses Jahr saß Hanna auf dem Wohnzimmertisch als wir aus der Christmette kamen und fragte: Ist jetzt endlich Bescherung? Ich hatte mich wirklich erschrocken. Irgendwie hatte ich nicht damit gerechnet heute etwas von ihr zu hören. Aber nun musste ich ihr erklären, das wir erst noch zu Abendessen und erst danach die Bescherung ist. Sie war etwas geknickt, aber dann gab sie sich damit zufrieden und wartete geduldig bis wir soweit waren. Natürlich bekam sie auch etwas zu essen ab, auch wenn sie vor Aufregung kaum etwas herunter brachte.
Als es endlich soweit war hüpfte sie auf und ab und rief: Endlich jetzt kriege ich mein Päckchen!
Nun verstand ich wieso sie bei unserer Bescherung aufgetaucht war. Ein paar Tage vor Weihnachten kam nämlich bei uns ein kleines Paket an. Adressiert war es an mich aber mit dem Zusatz: z. Hd. Hannas. Da hatte ich gesagt, das solche Päckchen meist Weihnachtsgeschenke enthalten und man sie erst zur Bescherung öffnet und es deshalb unter den Christbaum gelegt.
Natürlich bekam Hanna nun ihr Päckchen und durfte es als erste öffnen. Wir konnten ja nicht verantworten das unsere Nisserdame noch vor Neugier platzt.
Langsam öffnete sie das gut verklebte Paket. Sie hibbelte förmlich vor Aufregung.

 Da hörte ich aus dem Päckchen ein leises schimpfen: wird aber auch Zeit, hier ist es nicht sonderlich gemütlich drin. Hanna hüpfte erschrocken ein Stück zurück. Doch dann nahm sie all ihren Mut zusammen und schob die Kiste endgültig auf.
Zuerst fand sie eine Karte darin, die wenigstens schonmal klärte, wer ihr das Päckchen geschickt hatte. Ihre Freunde von der LuckenbachRanch hatten an sie gedacht und ihr auch Kekse in das Päckchen gelegt. Hmm, lecker, mampfte Hanna direkt. Da raschelte die Verpackung plötzlich von selbst und es erklang wieder die Stimme: Hallo!!! Holt mich jetzt endlich einer hier raus? Seit 3 Tagen liege ich hier in der Schachtel mit Keksen keine 5 cm von mir entfernt aber dank der blöden Verpackung komm ich da nicht dran. Und jetzt hör ich auch noch wie jemand anders die Plätzchen ißt, die ich seit 3 Tagen rieche. Ich werde hier hoch irre, rief die raschelnde Verpackung nun schon richtig ärgerlich.
Da griff Hanna beherzt nach der Packung und rief: Nun halt mal still, wer auch immer du bist, ich hol dich jetzt da raus!
Der Inhalt der Verpackung schien aber doch etwas aufgebracht und zappelte wie wild herum. Es war für Hanna recht schwierig die Packung zu öffnen. Sie schwankte wirklich bedrohlich dabei. Doch endlich war es geschafft. Und Hanna entfuhr ein Schrei der Begeisterung.
Nein, das gibt es doch nicht, so ein kleines Kerlchen und so niedlich und ach, so, so, so schön. Und dann kannst du schon so schimpfen?
Jetzt stell keine Fragen, sondern gib mir endlich einen von den Keksen, schimpfte das kleine freche Pferdchen. Hanna war so glücklich über ihren neuen Freund das sie gar nicht darüber nachdachte das Kekse nicht gut sind für Pferde und so gab sie ihm einen Weihnachtskeks und drückte es liebevoll an sich.
Nach einer Weile hatte Hanna sich dann soweit erholt das sie endlich den Rest des Päckchens auspacken konnte. Darin befand sich doch tatsächlich ein Fernseher. Als wenn die schöne Karte, die Kekse und der neue kleine Kumpel nicht schon genug gewesen wäre, nun konnte sie auch noch TV schauen.
Hanna war so glückselig das sie den ganzen Abend im Karton sitzen blieb, ihren Kumpel mit Keksen fütterte und Tv schaute.


Magnus und die anderen mussten das erste mal seit sie hier wohnten, die Möbel für den 1. Weihnachtstag alleine umstellen. Da sich dann alle treffen reicht das Wohnzimmer nämlich nicht aus und die Fensterbank wird zum Weihnachtszimmer, das hatte sich schon bewährt.
Wie lange Hanna noch im Karton gesessen hatte, weiß ich nicht. Denn am nächsten morgen war sie weg. Als ich einen Blick ins Haus riskierte, sah ich das alle noch tief und fest schliefen. Erst gegen Nachmittag kam wieder Leben in die Bude. Man hatte beschlossen Frühstück und Mittagessen ausfallen zu lassen und direkt zu Kaffee und Kuchen über zu gehen. Statt Braten und Klöße von Lovis, gab es also dieses Jahr Buttercremtorte von Ilse Koschinsik.


Ilse scheint wohl ein Familienrezept für den Kuchen zu haben. Es gab nämlich orginal Baumstammkuchen.
Ich  hätte ja gerne mal probiert, aber dann wäre ja nichts mehr für die Nisser übrig geblieben.
Ausserdem machte auch Hannas neuer Freund schon reichlich gebrauch vom Essen. Da er so niedlich wahr, wollte ihn jeder mal kuscheln, drücken und streicheln und jeder steckte ihm heimlich ein zwei Kekse zu. Ich hab noch nie ein Pferdchen gesehen das so viele Kekse verdrücken konnte.
Bevor es dann zur Bescherung bei den Nisser ging, wollte Hanna noch schnell Emil füttern damit er nicht denkt, er würde nun vergessen , bloß weil er draußen wohnen muss.
Doch als sie sich dem Stall näherte da merkte sie das etwas nicht stimmte.
Erst dachte sie, es sei Emil etwas zugestoßen. Das die Vögel die sich nun um ihre Futterstelle betrogen fühlten, den armen Emil vielleicht belästigen würden.
Doch als sie näher kam blieb ihr das kleine Herzchen für einen Moment stehen. Das konnte doch nicht wirklich wahr sein? Oder doch?
Hanna trat ein paar Schritte näher und sah das es tatsächlich so wahr, wie sie nicht zu hoffen wagte.
Im Stall stand nicht nur Emil sondern eine Stute und ein Fohlen.
Das Christkind schien wohl ihren innigen Wunsch nach einem Reitpferd gehört zu haben, obwohl sie ihn nie laut ausgesprochen und auch dem Christkind nicht geschrieben hatte. Doch soviel hatte Hanna schon gelernt seit sie hier wohnte: Weihnachten war alles möglich und das Christkind wusste alles. Und so freute sie sich nun von ganzem Herzen und machte direkt einen Ausritt mit den Beiden. Gott sei Dank hatte das Christkind auch direkt Sattel und Zaumzeug mitgeliefert.
Sie machte sich zwar etwas Gedanken darüber ob die anderen nun auf sie warten, aber der erste Ausritt musste sein.
Entgegen Hannas Befürchtungen, kam es den anderen sehr gelegen das sie so lange weg blieb. Magnus hatte nämlich vor eine große Krippe aufzubauen. Er hatte auf Fotos gesehen das der Uropa so etwas früher bei sich im Hof gemacht hat. Und das hatte ihm so gut gefallen, das er das nun auch wollte. Einige Figuren hatte er schon fertig geschnitzt da bekam er Hilfe in Form vom Kind des Hauses. Es hatte einen Ausstanzbogen mit einer großen Krippe und bot ihn Magnus an. Das erleichterte ihm das ganze ungemein und so baute er nun neben dem provisorischen Weihnachtszimmer unter dem riesigen Gummibaum die große Krippe auf.

Bis Hanna endlich ihren Ausritt beendet hatte, war es schon dunkel geworden.
 
So konnte man direkt die Beleuchtung der Krippe austesten bevor es dann endlich an die Bescherung ging. So spät hatte die noch nie statt gefunden. Aber da sind Nisser anscheinend sehr flexibel.
 Während Magnus die Krippe aufgebaut hatte, waren die anderen Nisser auch nicht untätig gewesen, hatten das Zimmer verschönert und ihre Geschenke unter dem Baum deponiert. Lovis hatte ihre Beute vom Weihnachtsmarkt ausgepackt und auf der Treppe des Weihnachtszimmer mit Lichterkette versehen aufgebaut. Sie hatte schon länger für ein beleuchtetes Weihnachtsdorf geschwärmt und nun endlich eines gefunden, das nicht 10 Nummern zu groß für sie war.


 Das erste Päckchen durfte Kathi Kirsch öffnen und sie staunte nicht schlecht als ein Püppchen heraus sprang das rief: Hola, mi nombre es Rocio. 

Alle rissen die Augen auf und wussten nicht was sie davon halten sollten. Da lachte das Püppchen. Keine Bange, ich kann auch deutsch und verstehe euch sehr gut. Und wo ist nun die Weihnachtspiniata? Kathi musste ihr dann erklären das sie so etwas leider nicht hätten. Aber eine schöne Krippe und Kuchen wäre auch noch da. Damit war Rocio dann auch zufrieden und verbrachte den Rest des Abends auf Kathis Schoss mit dem Verzehr von Butterkuchen. 
Fussisch Julchen hielt sich erst gar nicht damit auf die Geschenke bis zum Tisch zu bringen. Sie packte direkt unter dem Baum aus. Das Puppentheater gefiel ihr sehr gut und Schwups war gerne Zuschauer. 
Schlussendlich fiel auch Magnus auf, das im Weihnachtszimmer etwas nicht so war wie sonst. Bei näherer Betrachtung fand er eine Grußkarte vom Uropa.
Lieber Magnus, da deine Kettensäge ja leider defekt ist, habe ich dir ein paar neue Gartenstühle gemacht, wie du sie schon im Herbst eigentlich machen wolltest. Liebe Grüße und frohe Weihnachten wünscht euch allen der Uropa.
Magnus freute sich mächtig und meinte nur: Ja was der Uropa macht, das hat Hand und Fuß. Eben echte Wertarbeit.
Danach ging der Abend noch lustig weiter mit Schnittchen von Ilse und Glühwein a la Lovis. Das letzte was ich von ihnen hörte war ein: hicks, bis morgen früh, denk dran wir wollen alle mit fahren zu Uroma und Uropa.






























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