Sonntag, 26. Oktober 2014

Wie entsteht ein Nisser?



Das Problem mit den Nissern ist folgendes: Sie sind am liebsten immer zu ganz vielen.
Aber da sie ja nicht einfach aus dem Nichts matrialisieren, muss man ab und zu einen "Geburtshilfekurs" abhalten. Das heißt man hilft dem Nisser aus der Wolle auf die Welt indem man ihn da heraus filzt.
Natürlich heißt das nicht offiziell Geburtshilfekurs, aber meine Schwester Rita hat diesen Begriff dafür geprägt.
Da nun einige aus dem Bekannten und Verwandtenkreis angesteckt wurden von dem Nisserfieber und auch gerne einen solchen kleinen Naseweis bei sich zuhause haben wollten, hat Rita angeboten einen Geburtshilfekurs abzuhalten.
Denn Leben haben die meisten Nisser nur in sich, wenn man sie selbst gemacht hat.
Nur welche Wesenszüge das kleine Persönchen entwickelt, das merkt man meist erst später. Das lässt sich ganz schlecht beim filzen beeinflussen. ;-)
Warum ich bei dem Filzkurs dabei war? Nunja, Hanna meinte schlichtweg, diese Weibergesellschaft in unserem Hause wäre nicht das Richtige.
Da fehlt eindeutig ein Mann! Hier hast du einen Kopf, den hab ich dir schonmal vorbereitet. Jetzt zeig mal was du kannst.
Tja Hanna, leichter gesagt als getan.
Als erstes macht man dann ein Gesicht, zumindest die groben Grundzüge des Gesichts und eine Nase. Anschließend kommt der Rumpf.
 Hanna guck nicht so entsetzt, das ist ja noch lang nicht fertig. Und Ole, nein du brauchst heut abend dein Butterbrot nicht mit denen zu teilen. Jeder nimmt sein Kerlchen/Weibchen heut abend mit nach Hause. Also hör auf zu jammern.

Im nächsten Schritt erhalten die Herrschaften ihre Gliedmaßen. Und ja, nicht nur Hanna hat gedacht das ihr Mann wohl irgendwie unproportiniert wird, als sie das sah. Ich dachte auch er würde eher unter die Kategorie Geisterbahnbewohner fallen.
Aber das Aussehen ändert sich ständig und man kann alles noch verkürzen, verdichten u.s.w. Es bestand also noch Hoffnung für den Patienten.
Danke an Rita an dieser Stelle. Wenn sie nicht für uns Alle ständig ein offenes Ohr und einen guten Rat gehabt hätte, dann hätten wir jetzt Alle ein Knäuel Wolle das eher einer Wollmaus unterm Sofa ähnelt, als einem Nisser.

Übrigens wird hier kein Vodoo angewandt. Das muss so sein und kitzelt den werdenden Nisser oder in diesem Falle die Hexe nur ein bißchen.

Nun gehts ans Eingemachte. Denn ohne Hände, Füße, Augen und Ohren wäre so ein armer Nisser ja hilflos.

Haare und kleine individuelle Schönheitsanpassungen kommen dann zum Schluß. So richtig fertig sind sie meist eh erst wenn sie im neuen Zuhause sind und sich eingelebt haben.

Darf ich ein nun ein paar der frisch aus der Wolle "geschlüpften" Herrschaften vorstellen?

Das ist Magnus der Rote, er wohnt nun bei uns als Quotenmann.
Wie man auch unschwer erkennen kann, steht ihm die Rolle als Hahn im Korb sehr gut.
 Dann ist noch Ronja Rhabarber zu unserer Familie hinzu gekommen. Eigentlich sollte sie woanders einziehen. Aber sie hat sich entschieden bei uns zu bleiben.


Darf ich vorstellen: Corporal Max Klinger vom M.A.S.H. 4077
 Er legte Wert darauf seinen knackigen Allerwertesten auch zu zeigen. Tja nun was soll frau dazu sagen....


Und dann last but not leats gibt es da noch die Hexe Merida Corvus:
Man sieht ihr das Temperament schon an den wehenden Haaren an.
Aber sie ist auch sehr lieb und hat direkt den Kontakt zu ihren Nachbarn gesucht, als sie ihr neues Zuhause bezogen hat.

Am Ende des Tages hatten wir alle rotglühende Wangen des Eifers und freuten uns wie die kleinen Kinder über unsere fertigen Werke.
Die einhellige Meinung war: der Geburtshilfekurs ist ein voller Erfolg. Zwar ist Rita dank unserer Unbeholfenheit nun um einige Nerven ärmer, aber es war ein wunderbarer Nachmittag.






1 Kommentar:

  1. Hallo Johanna,

    erst einmal Danke für Deine gute Beratung :) und das sieht ja richtig toll bei Dir aus - Klasse !

    LG Katrin

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