Dienstag, 23. September 2014

Wie ein Nisser auf Fernreisen geht


Wisst ihr eigentlich wie Nisser auf Fernreisen gehen?
Ich wusste es bis vor kurzem auch noch nicht.
Aber dann habe ich unsere Kathi Kirsch erwischt. Wer Kathi ist? Ach ja, die habt ihr ja bisher nur mehr oder weniger kurz als Gast bei Hannas Festen  kennen gelernt.
 Also DAS ist Kathi Kirsch.
Sie wohnt auch hier bei uns. Und sie hat beschloßen nach Japan zu reisen.
Als ich sie dann fragte wie das denn gehen soll meinte sie:
Gaaaaanz einfach. Du suchst dir erst mal einen von euch Großlingen aus der auch nach Japan will.  Was Großlinge sind fragst du? Na, so nennen wir Nisser euch Menschen. Weil ihr eben so riesig seid.
Wenn man also einen Großling gefunden hat der das gleiche Reiseziel hat, dann um Himmels willen, sag dem nicht das du mit willst. Die stellen sich immer so an wegen Pass und Zoll und so.
Und ab hier zeig ich dir direkt mal am lebenden Objekt wie man das macht. 
Besorg dir eine Plastikdose , die polsterst du dann aus. Wenn eine Oma im Haus wohnt, dann klau..äh borgst du der am besten ein geblümtes Taschentuch dafür. Die sind immer fein parfümiert und kuschelig weich.
Dann musst du die andern Nisser aus deinem Haus holen. Zum einen muss man sich ja schließlich verabschieden. Das wird meist tränenreich, aber auch lecker, wegen des Proviants mit dem sie einen versorgen.
Dann müssen die andern Nisser helfen. Denn irgendwer muss ja die Dose schließen wenn man eingestiegen ist.
Wenn man es sich also in der Dose bequem gemacht hat, dann heißt es: Finger weg von der Dosenkante.
Damit ist dann meine Arbeit erledigt. Ab da dürfen dann die andern schuften, sprach Kathi und grinste vor sich hin.
Denn die Dose muss ja noch transportiert werden. Erstmal bis zu dem Zimmer wo das Gepäck des Großlings steht. 
Hey Hanna, rappel nicht so mit dem Wagen. Ich krieg blaue Flecken in meiner Kiste. 

Sei bloß still Kathi! Ich heiß doch nicht Karre Willi. Wenn du nicht nett bist werf ich dich wieder ab. Ausserdem hören deine Kommentare aus der Tupperdose sich sehr lustig an. Alles so gedämpft. 

Wenn man dann im Zimmer mit dem Gepäck angekommen ist, dann wird es kniffelig.
Meist liegt das Gepäck nicht so das man einfach einsteigen könnte mit seiner Tupperdose.
Also Hanna, hop hop!!
Kathi, wenn du nicht bald aufhörst zu kommandieren, dann mach ich mal nen Test wie lang es dauert bis ein Nisser in einer Tupperdose verschimmelt wenn man ihn nicht mehr rauslässt! 
Trotz dieser "netten" Diskussion kletterte Hanna auf den Schreibtisch, wo die Tasche stand, in die die Dose wohl schluß endlich sollte.
Wo die Lausebengel den Karabinerhaken her hatten wüsste ich ja schon gerne.
Kathis gedämpfte Tupperstimme klang aus dem Kistchen: Jetzt muss der verreisende Nisser sehr tapfer sein und darauf hoffen das die restlichen Nisser stark genug sind.
Und schwindelfrei muss er sein, sagte Hanna, wärend sie begann die Tupperdose in schwindelnde Höhen ziehen

Ich muss sagen, ich war von den Hannas Bärenkräften sehr beeindruckt. 
Hanna lachte nur und meine: Ja wusstest du denn nicht das Nisser sehr stark sind? Wie kämen wir denn sonst zurecht. Wir sind da fast wie Ameisen. Nur nicht so hässlich, lachte sie. 
Und ehrlich, nicht einen Schweißtropfen sah ich in Hannas Gesicht als sie Kathi bis oben gezogen hatte. 
Jetzt kommt der letzte und wichtigste Schritt, tönte es wieder dumpf aus der Tupperdose. Nun muss die Dose in das Gepäck rein und zwar ganz nach unten, damit der Großling sie erst entdeckt wenn es viel zu spät ist. 
Guteeee Reiiiiseeee Kaaaathiii, rief Hanna beim letzten Schubs und versenkte die Dose im Rucksack meines Mannes.
Nun bin ich ja mal gespannt was bei dieser Reise raus kommt. Hoffentlich geht das mit dem Zoll gut, murmelte ich. Und Hanna lachte: Siehst du, deshalb sagen wir euch normalerweise nie, wenn wir bei euch mit reisen.


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