Montag, 3. November 2014

Handgemachte Bonbons in Köln

Ich habe erfahren, dass die Bonbonschmiede leider schließen musste.
Köln an sich ist ja schon immer eine Reise wert.
Aber beim letzten Besuch in Köln habe ich etwas Neues entdeckt.
Die Bonbonschmiede in der Bechergasse.
Von weitem riecht es schon sehr verführerisch und die rotweiße Zuckerstange signalisiert, das es hier süß und lecker zu geht.
Mehrmals täglich werden neue Bonbons hergestellt und man kann dabei zusehen.
Das haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen.
Die Bonbons werden aber nicht einfach nur vor Publikum fabriziert, es wird dabei auch sehr verständlich und unterhaltsam erklärt was gerade wieso gemacht wird.
Als wir dort waren, wurde gerade ein neues Bonbon für die Halloweenmischung gemacht und wir freuten uns bei dieser Premiere dabei sein zu dürfen.
hier nun könnt ihr sehen wie das ganze von Statten geht.
Die heiße Bonbonmasse wird auf eine Platte gegossen. Damit es nicht einfach wegfließt, legt man vorher einen Metallrahmen aus. In diese heiße Bonbonmasse wird nun der Farbstoff gegeben.
Nach kurzer Zeit hat man den ersten Ahaeffekt. Der Metallrahmen wird entfernt und die Bonbonmasse ist aussen so fest das sie nicht mehr wegläuft. Innen jedoch ist sie weiterhin flüssig.
Das liegt daran, dass das Metall der Bonbonmasse am Rand sehr schnell die Hitze entzieht. So läuft nichts mehr weg, aber das ganze ist warm genug um weiter bearbeitet zu werden.





Nun werden die einzelnen Teile der Bonbonmasse weiter bearbeitet. Es wird Aroma eingeknetet, sie wird gezogen und geschlagen. Das hört sich alles brutal an, ist aber notwendig. Beim ziehen und wieder übereinanderlegen der Bonbonmasse, wird Luft eingearbeitet. Dadurch wird die gelbliche Bonbonmasse ohne Farbstoff z.b. weiß.

Nun kommt der künstlerische Teil. Im Kopf der Bonbonmacherin und nur dort, gab es eine Idee, wie das Bonbon anschließend aussehen sollte.
Nun zerteilte sie die Bonbonmasse und legte sie in verschiedenen Teilen zusammen. 

 Dabei ist es wichtig das die verschiedenen Farben so voneinander getrennt bleiben wie man es möchte. Sonst erkennt man evtl. nachher einige Dinge nicht.

 Aber Löcher zwischen den einzelnen Masseteilen dürfen auch nicht bleiben. Sonst hat man ja Löcher in den Bonbons.


Na, errät schon jemand was es sein soll? Es könnte auf jeden Fall etwas mit Augen sein, oder?

 Nun wird es gerollt damit die warme Masse rund bleibt und nicht abflacht. Man möchte ja schließlich runde Bonbons haben.
Oh schaut mal, das niedliche Kerlchen wird schon ganz grün vom rollen.


Zum Schluss bekam es sogar noch einen grünen Umschlag. Und kaum war es fertig eingewickelt und rund gerollt, ging es ihm auch schon an den Kragen.
Denn in dieser Größe, wäre es ja ein Megabonbon und quasi unverzehrbar. Außer für Kingkong.
Aber wie kriegt man dieses Bonbon nun klein und mundgerecht, so das man viele Naschkatzen damit glücklich machen kann?
Ja genau, man hält dem Bonbon den Hals zu. Naja im übertragenen Sinne. Am Anfang der großen Rolle wurde beherzt zugegriffen und das ganze dünngedrückt und gezogen.
Das hört sich leicht an, ist aber doch etwas verzwickter. Denn das Motiv soll dabei ja nicht zerstört werden.
Wenn man sich das Stück anschaut das übrig bleibt von dem Anfang, dann zweifelt man daran, das das Motiv im kleinen noch erkennbar ist.
Aber hübsch, wie eine abstrakte Blume sieht es schon aus.

Nun muss die Bonbonmacherin sich beeilen. Sie sieht immer weiter am Bonbon lange Streifen.
Sobald die Bonbonmasse so dünn ist, erkaltet sie sehr schnell. Deshalb ist Eile aber auch Vorsicht geboten.
Und nichts geht ohne den zweiten Mann, der stetig das große Ende der Bonbonmasse hin und her rollt. sonst flacht es ab und das Motiv ist dahin.


 Wenn man dem "Kerlchen" so ins Gesicht schaut, scheint ihm ein wenig schummerig von dem ganzen gerolle zu sein. 
Zu guterletzt werden die langen dünnen Bonbonstangen dann mit einem Beil in einer rasenden Geschwindigkeit zu kleinen Bonbons zerteilt. 
Und was ist es nun geworden?
Ein liebenswerter, sauer aber schmackhafter Zombie.
Und das Endstück des großen Zombies muss nun nie mehr alleine sein. Denn ein kleiner Zombie sitzt auf seinem Kopf.

Nach einer ausgiebigen Verkostung der vorrätigen Bonbons, gingen wir natürlich nicht mit leeren Händen nach Hause.
Die daheim gebliebenen sollten ja auch einmal probieren können.
 Und wie ihr seht, gibt es wirklich die ausgefallensten Sorten und Muster. Und das alles auch noch vegan.





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